European Challenge Cup Turnier in Belgien – voller Erfolg für den Bundeskader

des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes e. V.

 

Die sportlichen Erfolge der Athletinnen und Athleten des Bundeskaders sprechen für sich. Trotz einiger ungünstigen Situationen im Vorfeld des Wettkampfes konnte man in jeder Gewichtsklasse in der man Starter, im gut besetzten Feld hatte Medaillen erkämpfen. Dieses Turnier war ebenfalls das letzte Nominierungsturnier für die Europameisterschaften in Hanau. Hier konnte und mussten sich die potentiellen Starter nochmals präsentieren und zeigen, dass sie in der Lage sind Deutschland bei der Europameisterschaft im eigenen Land würdig zu vertreten.

 

Nach einer für viele Athleten mehr als 14stündigen Anreise kam man mehr oder weniger entspannt am Wettkampfort an. Voller Erwartungen betrat das Team Deutschland die Sporthalle um einerseits die Wettkampfstätte zu erkunden und andererseits sich Gewissheit über sein Gewicht zu verschaffen. Die Halle war auf den ersten Blick recht klein, was sich auch im weiteren Verlauf des Turniers bestätigte. Dies war jedoch nicht besonders problematisch, da eine hervorragende Stimmung während der Wettkämpfe herrschte. Einziger Wehrmutstropfen war, das die Größe der Mattenfläche nicht den Regeln entsprach und so das Kämpfen in Part I erschwert wurde. Doch dies sollte für psychisch stabile Bundeskaderkämpfer kein Problem sein und war es offensichtlich auch nicht. 

 

Nachdem alle Athletinnen und Athleten den Gang zur Waage und das Einschreiben der Duokämpfer erfolgreich hinter sich gebracht wurden, begab man sich in eine Pizzeria um sich für die weitere Fahrt zur Jugendherberge zu stärken. In der Jugendherberge kehrt dann auch sofort Ruhe ein, um am nächsten Morgen Top Fit zu sein. Da die Jugendherberge leider kein Frühstück anbot, fuhr man kurz vor dem Wettkampf noch in eine Pension, die Frühstück für uns vorbereitet hatte.

 

Am Samstag starteten unsere Vizeweltmeisterinnen bei den Duo Damen, Nadin Altmüller und Stephanie Satory sowie die Bronzemedaillen Gewinner im Mixed Corina Endele und Matthias Huber und das Newcomer Paar Sina Sobbe und Marco Löhrke. Alle drei Paare zeigten solide Leistungen und konnten sehr gute Resultate erzielen. Unser Damen Team musste sich äußerst knapp den Lokalmatadoren aus Belgien im Halbfinale geschlagen geben und erkämpften sich zu guter letzt den dritten Platz in ihrer Klasse. Unsere Mixed Teams konnten ebenfalls sehr erfolgreich in den Wettkampf starteten und letztendlich Platz 3 durch Corina Endele und Matthias Huber, sowie Platz 5 durch Sina Sobbe und Marco Löhrke erreichen.

Die Männer waren am Sonntag am Start. Christian Tonch und Christoph Wurst sowie Bernhard Geisel und Alexander März vertraten Deutschland beim Challenge Cup. Beide Paare konnten schöne und dynamische Techniken demonstrieren und so verdient das Halbfinale erreichen. Beide Paare hatten jedoch das Nachsehen gegen ihre Gegner aus Belgien und Slowenien. Geisel und März konnten sich im Kampf um Platz drei durchsetzen und so einen der beiden dritten Plätze erreichen. Tonch und Wurst lieferten sich mit den Weltmeistern aus Frankreich eine spannenden Auseinandersetzung um die zweite Bronzemedaille und mussten sich leider knapp geschlagen geben. Bei der EM in Hanau haben unser Athleten die Chance den Spieß nochmals umzudrehen und die Franzosen, Belgier und Slowenen in ihre Schranken zu verweisen.

 

Bei den Frauen bis 52 kg war Newcomerin Andrea Pflefka am Start. Die Bayerin dreht in ihren Kämpfen voll auf und konnte im Part I immer wieder sehr erfolgreich Punkte sammeln. So ebnete sie sich den Weg bis ins Finale des Challenge Cup Turnieres! Erst hier wurde sie von der französischen Weltmeisterin Annabelle Redy gestoppt. Ein beachtenswerter Erfolg beim ersten internationalen Einsatz in der Nationalmanmschaft.

Bis 62 kg waren die Vizeweltmeisterin Bianca Blöchl und ihre Dauerrivalin Marisol Harms am Start. Beide Athletinnen zeigten gute Kämpfe. Blöchl konnte sich souverän bis ins Finale vorkämpfen. Auf ihrem Weg dorthin musste sie einen harten Kampf mit der Belgierin Bertrand Nadine ausfechten. Trotz der starken Anfeuerung des Publikums für die Lokalmatadorin Nadine konnte Blöchl ihr Konzept durchziehen und mit vollem Einsatz einen Full House Sieg erreichen. Eine Spitzenleistung in der emotionsgeladenen Halle. Im Finale traf Blöchl schließlich auf die Weltmeisterin bis 70 kg Nicole Sydboge aus Dänemark, die in diesem Jahr die Gewichtsklasse gewechselt hat. Sydboge hatte zuvor die französische Weltmeisterin ausgeschaltet und dies lies einen spannenden Finalkampf erwarten. Beide Athletinnen schenkten sich nichts und brachten 150%igen Einsatz. Nach einem spannenden und nervenaufreibenden Kampf konnte sich Sydboge schließlich durchsetzen und den Sieg für sich verbuchen. Dennoch ist bei der EM auch gegen diese Gegnerin alles für Blöchl möglich!

Die Gewichtsklasse bis 70 kg war fest in deutscher Hand. Sonja Kinz, Eila Günther und Simone Zeise konnte alle sehr gute Kämpfe zeigen. So kam es schließlich zu einem recht harten und spannenden Finale zwischen Kinz und Günther. Bei einem stets ausgeglichenen Kampf konnte sich quasi in der letzten Sekunde Günther mit einem Punkt wegen Verwarnung für Kinz durchsetzen. Die beiden Spitzenkämpferinnen haben sich nichts geschenkt und einen spannenden Kampf geboten. Simone Zeise konnte den undankbaren vierten Platz erreichen, eine gute Leistung beim ersten Einsatz im Ausland.

In der Klasse über 70 kg waren die Athletinnen Seher Dumanli und Silke Mundigl am Start. In Abwesenheit der Doppelwelt- und Europameisterin Sabine Felser konnten beide Athletinnen zeigen was in ihnen steckt und so aus dem Schatten Felsers heraustreten. Dies ist beiden auch gelungen. Seher Dumanli konnte voll auftrumpfen und alle Kämpfe im Part I dominieren. Durch ihren aggressiven Angriffsstil konnte keine ihrer Gegnerinnen ein Konzept gegen sie finden und Dumanli konnte so verdient den ersten Platz erreichen und dieses Turnier für sich entscheiden. Mundigl musste sich lediglich ihrer Mannschaftskameradin Dumanli und einer starken Polin geschlagen geben und konnte sich so die Bronzemedaille erkämpfen. Eine super Leistung beim ersten Einsatz im Fighting im Ausland für die ehemalige Vizeweltmeisterin im Duo Damen.

Bei den Männern waren bis 62 kg Vizeweltmeister und Europameister Andre Hötzel sowie Thosrten Neumaier am Start. Beide kämpften eine gute Vorrunde, wobei sich Neumaier dem Franzosen geschlagen geben musste und dieser später einem Polen unterlegen ist und so für Neumaier der undankbare fünfte Platz übrig blieb. Neumaier konnte aber wohl die schönste Technik des Tages gegen den WM Starter aus England durchführen. Er warf den Engländer mit einem Bilderbuch Schulterrad in seinem zweiten Kampf und erntete so den Beifall des Publikums.

Andre Hötzel kämpfte bei diesem Turnier vor allem im Part I und hatte bestimmte Aufgaben zu erfüllen. Dies gelang dem erfolgreichen Athleten auch sehr gut. Lediglich gegen den WM Teilnehmer aus Polen der Gewichtsklasse bis 69 kg der jetzt eine Klasse tiefer an den Start ging musste sich Hötzel mit zwei Punkten geschlagen geben. So reichte es am Ende noch zu einem dritten Platz. Bei der EM dürfen wir auch spannende Kämpfe von ihm erwarten.

Marco Dünzel ging in der Gewichtsklasse bis 69 kg an den Start. Er konnte in jedem Part sehr gut agieren und so seinen Gegnern seinen Kampfstil aufzwingen. Mit sauberen Atemitechniken, einem starken Schenkelwurf und Bodentechniken konnte er sich bis ins Halbfinale vorkämpfen. Nach einer Niederlage gegen einen Franzosen konnte sich Dünzel im kleinen Finale nochmals durchsetzen und so verdient die Bronzemedaille erreichen.

In der Gewichtsklasse bis 77 kg war Achim Berger am Start. Nach einem mühseligen Auftaktkampf fand er zu seinem Konzept und konnte sich ebenfalls bis ins Halbfinale vorkämpfen. Er wurde von einem Slowenen gestoppt und musste sich dessen starken Atemitechniken knapp geschlagen geben. Berger zeigte im kleinen Finale nochmals was in ihm steckt und konnte so ebenfalls die Bronzemedaille erkämpfen.

Andreas Kuhl und Richard Olma traten bis 85 kg für Deutschland auf die Matte. Beide lieferten eine solide Vorrunde und konnten sich jeweils bis zum kleinen Finale vorkämpfen. Beide konnten dieses auch für sich entscheiden und so zwei Bronzemedaillen in dieser Gewichtsklasse mit nach Deutschland nehmen.

Auch bis 94 kg gab es zwei Medaillen für Deutschland, wieder zwei Bronzene! Ralf Witzkowski und Uwe Steinmetz lieferten beide sehr beeindruckende Kämpfe und konnten in allen Parts überzeugen. Beide mussten sich jedoch jeweils einem Polen geschlagen geben, die schließlich das Finale unter sich ausmachten und einen Doppelsieg in dieser Gewichtsklasse für Polen erreichen konnten.

 

Die Deutsche Nationalmannschaft konnte mit den Erfolgen zufrieden sein und jeder Athlet hat genau erkannt wo er steht und was man noch tun muss um bei der EM den maximalen Erfolg zu erreichen. Im Challenge Cup konnte man weitere wertvolle Punkte sammeln und näher zu Frankreich aufschließen. Die Mannschaft hat sich als Team präsentiert, sich gegenseitig motiviert, unterstützt und so eine optimal Grundlage für die Europameisterschaften in Hanau gelegt!

 

Nach einer bis zu 14stündigen Rückfahrt hatten die Athleten und Trainer ihre Heimatorte wieder erreicht und ein erfolgreiches, sehr langes Wochenende hinter sich gebracht.

 

 

Medienteam des Bundeskaders

 

 

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