Ju-Jutsu Europameisterschaft in Hanau
Gute
Bilanz für Deutschland
Bereits der Empfang im Schloss am Vortag, aber auch die „Mega-Eröffnungs-Show“
der TG Hanau mit Cheerleadern, Turnern, Fechtern, Gesundheitssportlern,
Skifahrern und, und, und… machten die Bedeutung dieser Veranstaltung für die
Stadt sichtbar.
18 Nationen, darunter die besten der Welt, fanden sich in der nahezu voll
besetzten August-Schärttner-Halle im hessischen Hanau ein:

· Aserbaidschan
· Belgien
· Dänemark
· Deutschland
· Finnland
· Frankreich
· Großbritannien
· Holland
· Israel
· Italien
· Österreich
· Polen
· Rumänien
· Schweden
· Schweiz
· Serbien/Montenegro
· Slowenien
· Spanien

Und die Veranstaltung hielt, was die Namen der Sportler versprachen – spannende
Kämpfe rissen das Publikum immer wieder zu spontanen Beifallsbekundungen hin.
Ratschen, Pfeifen und nicht zuletzt die alles übertönenden Schweizer Kuhglocken
sorgten für überragende Stimmung in der Halle.
Bei den Kämpfen zeigte sich, was auch schon bei den letzten Großveranstaltungen
klar wurde: Die Leistungsdichte der Nationen rückt immer näher zusammen.
Trotzdem werden die Bundestrainer insgesamt mit den Ergebnissen zufrieden sein.
Insbesondere im Duo-Bereich zeichnet sich schon nach dem ersten Tag eine
Spitzenbilanz ab.
Zu den Ergebnissen im Einzelnen:
Damen bis 55 kg (Julia Eckel)
Kurzfristig für die erkrankte Iris Zahn eingesprungen, zeigte Julia Eckel, dass
die Bundestrainer keine falsche Wahl getroffen hatten. Ippon in Part I
(Schlagen/Treten) gegen die Holländerin Janny van de Meer bereits in der ersten
Runde. Im zweiten Durchgang machte sie dann mit Wurf und Festhalter den
vorzeitigen Sieg perfekt. Die darauf folgende Niederlage gegen die Weltmeisterin
Isabelle Reydy war keine Schande. Verletzungsbedingt trat Saida Sadikhova aus
Aserbaidschan im „kleinen Finale“ nicht mehr an, so dass Julia die erste
Bronzemedaille des Tages in Empfang nehmen durfte.

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Damen bis 62 kg (Bianca Blöchl)
Mit starken Faust-Fuß-Atemis konnte Vizeweltmeisterin Bianca Blöchl ihren ersten
Kampf gegen Judith de Weert (NL) noch mit 10:7 gewinnen. Dann wurde sie von der
Weltmeisterin Isabelle Bacon (FRA) jedoch klar in die Trostrunde verwiesen. Dort
ließ Judith de Weert beim zweiten Aufeinandertreffen nichts mehr anbrennen,
nützte Biancas Schwächen im Infight aus und warf sie endgültig aus dem Rennen.

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Herren bis 69 kg (Wolfgang Heindel)
Keine Chance ließ der Vizeweltmeister seinem Auftaktgegner Anar Savarof aus
Aserbaidschan. Vor allem mit präzisen Atemis deklassierte Wolfi ihn klar mit
18:1 Punkten. Dann fand er gegen den Spanier Daniel Gasco kein Kozept und musste
eine (wenn auch nicht in der erzielten Höhe gerechtfertigte) Niederlage
hinnehmen. Im Kampf um Platz Drei gegen Weltmeister Cyrille Juffroy lag Wolfi
zunächst vorne. In Runde zwei legte der Franzose zu, landete gute Treffer, und
machte den Traum von einer EM-Medaille zunichte.

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Herren bis 85 kg (Andreas Kuhl)
Kein Konzept fand der Spanier David Amores Hoyo im Auftaktkampf gegen Andreas
Kuhl. Klar mit 14:4 musste er sich geschlagen geben. Auch der slowenische
Spitzenkämpfer Peter Bevc musste mehrere hohe Fußtreffer einstecken. Ein
schneller Wurf machte den deutlichen Endstand von 12:7 klar. Aufgrund einer
schweren Verletzung des Polen Krajewski kam der Finalkampf leider nicht mehr
zustande, so dass Andreas das erste (und einzige) Gold an diesem Tag für das
Fighting-Team in Empfang nehmen konnte.

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Herren über 94 kg (Ralf Witzkowski)
Es waren harte, punktemäßig knappe, aber verdiente „Arbeitssiege“, mit denen
sich Ralf Witzkowski gegen den Rumänen Mihai Viorel Neaga und den Polen Tomasz
Szewczak den Einzug ins Finale sicherte. Dabei zeigte er gute Techniken in allen
drei Parts. Gegen den übermächtigen Franzosen Frederic Husson gab es dann aber
kein Mittel. Verdientes Silber aber damit für Ralf.

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Duo Damen (Stephanie Satory & Nadine Altmüller)
Souverän, mit hohen Punktesiegen, sicherten sich unsere Duo-Damen gegen Spanien,
Frankreich und Dänemark den Einzug ins Finale. Hier trafen sie auf die
Österreicherinnen Katharina Krizsanits und Eva Ehrlich. Auch in diesem Kampf
demonstrierten die beiden Berlinerinnen ihre derzeitige Höchstform und holten
mit 85:96 mehr als klar die Goldmedaille.

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Duo Herren (Christian Tonch & Christoph Wurst)
Gleich ein vorweg genommenes Finale war der Auftaktkampf gegen die sehr präzisen
und dynamischen Franzosen. An diesem Tag hoch motiviert und in Topform konnten
Tonch und Wurst diese jedoch mit 96:100 in die Trostrunde verweisen. Problemlos
war der Kampf um den Einzug ins Finale gegen das Team aus Rumänien. Hier traf
man mit Slowenien auf einen nicht zu unterschätzenden Gegner. Und es wurde sehr
knapp, da beide Teams Duo vom Feinsten präsentierten. Mit 96:97 hauchdünn ging
der Sieg und damit auch die Länderwertung an Deutschland.

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Morgen folgen die Ergebnisse des zweiten Wettkampftages. Ein ausführlicher
Bilderbericht ist dann in der Juli-Ausgabe des Ju-Jutsu Journal nachzulesen.
Georg Kulot
Bundesmedienreferent
Ju-Jutsu Europameisterschaft in Hanau
„Tag
der Deutschen“
Was am ersten Tag die Duos erreichten, komplettierten am zweiten Tag die
Fighter. Dreimal Gold, einmal Bronze sind die stolze Bilanz, mit der Deutschland
sich gleichzeitig die beste jemals auf einer EM oder WM erzielte Länderstatistik
sicherte (6 Gold – 1 Silber – 2 Bronze). Auf den Plätzen folgen Frankreich
(2-6-4) und Polen (2-2-4). Ein hocherfreulicher Abschluss einer tollen
Veranstaltung!
Das Siegerteam:

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Damen bis 70 kg (Sonja Kinz)
In Top-Form präsentierte sich Sonja Kinz. Beide Vorrundenkämpfe, gegen Linda
Lundmart (Schweden) und Adoracion Lopez (Spanien) konnte sie mit vielseitigen
Techniken vorzeitig für sich entscheiden. Wohl eines der besten, zumindest aus
Deutscher Sicht das spannendste Finale dieser Meisterschaft lieferte sich Sonja
mit der Französin Corinne Sarcy. Beide Gegnerinnen schenkten sich nichts und
zeigten Spitzentechnik, wobei sich Sonja mit Schlag und Innensichel leichte
Vorteile erkämpfte. In Runde zwei gelang es Sarcy sogar, einen Vorsprung heraus
zu kämpfen. Doch Sonja drehte noch einmal voll auf. Ein Ippon-Wurf brachte
letztendlich das verdiente 10:9-Ergebnis.

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Damen über 70 kg (Sabine Felser)
Sie hat es geschafft! Unsere Doppelweltmeisterin und amtierende Europameisterin
Sabine Felser hat ihren Titel erfolgreich verteidigt. Wie von ihr gewohnt
steigerte sie sich dabei von Begegnung zu Begegnung. So musste sie gegen die
Französin Melanie Lavis noch über die volle Zeit, wobei das Ergebnis von 15:7
eine deutliche Sprache sprach. Die Polin Monika Jelewska musste sich in Runde 2
vorzeitig geschlagen geben, was beim Stand von 29:2 eher einer „Erlösung“
gleichkam. Die dritte Begegnung, gegen Maria Engström aus Schweden, war dann in
gerade mal einer Minute durch Fußtreffer zum Kopf, Schulterwurf und Festhalter
beendet.

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Herren bis 62 kg (André Hötzel)
Nicht einmal eine Minute dauerte Andrés Auftaktkampf gegen den Israeli Dahan
Harel, dann stand der Deutsche in der zweiten Runde. Hier traf er auf den sehr
starken Italiener Michele Carillo, dem er ein knappes, aber verdientes 14:12
abringen konnte. Ebenfalls knapp wurde es beim Kampf um den Einzug ins Finale,
den der Spanier Francisco J. Garcia Fernandes vor allem auch deshalb verlor,
weil er vor Andrés starken Atemis mehrmals von der Matte flüchtete. Die erste
Runde im Finale gegen den Franzosen Arnaud Femmet war noch ausgeglichen, wobei
dieser jedoch bereits Ippon Part I (Schlagen, Treten) und Part II (Werfen) auf
dem Punktekonto hatte. In Runde zwei versuchte Femmet daher den Bodenkampf zu
erzwingen, was André „gnadenlos“ mit mehreren Schlag-Ippons verhinderte. 16:10
letztendlich der Schlussstand und André ist nun nicht nur Vizeweltmeister,
sondern auch zum zweiten Mal Europameister.

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Herren bis 77 kg (Achim Berger)
Einen schweren Auftaktgegner hatte Achim Berger, den Franzosen Laurent Bosch.
Denkbar knapp, mit 12:13 wurde er in die Trostrunde verwiesen. Hier ließ er
nichts mehr anbrennen und sicherte sich mit klaren Siegen über den Schweden
Johan Ingholt, den Italiener Mirco Ercole und den Polen Marek Krajewski eine
verdiente Bronzemedaille.

Bild:
Herren bis 94 kg (Uwe Steinmetz)
Keinen guten Tag hatte der WM-Dritte Uwe Steinmetz erwischt. Während er im
Auftaktkampf gegen den späteren Sieger, den Polen Grzegorz Zimolag noch eine
äußerst knappe 4:5-Niederlage einstecken musste, wurde er in der Trostrunde vom
Dänen Jakob Tidemann mit 16:1 förmlich zerlegt. Aus der Traum von der Medaille.

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Duo Mixed (Matthias Huber & Corinna Endele)
An den Vortagserfolg im Duo konnte unser Mixed-Team nicht anschließen. Während
die Mannschaften aus Rumänien und Großbritannien klar deklassiert wurden, war
die Schweiz an diesem Tag nicht zu schlagen. Auch wenn aufgrund eines Patzers
der Eidgenossen die letzte Runde nochmals spannend wurde, ging der Sieg denkbar
knapp doch verdient an unser Nachbarland. Nicht verständlich war die
Entscheidung der Kampfrichter im Kampf um Bronze. Man hatte fast den Eindruck,
dass man Deutschland im Duo nicht nochmals auf dem Treppchen sehen wollte. Mit
90:91 musste man sich gegen Italien daher mit dem undankbaren 5. Platz begnügen.

Bild:
Auf den großen Farbbericht im Ju-Jutsu Journal und das Video bzw. die DVD mit
den Highlights der Meisterschaft (Werbung im Journal und Web beachten) sei hier
nochmals besonders hingewiesen.
Georg Kulot
Bundesmedienreferent