European Challenge Cup Turnier in Slowenien – Platz EINS in der Nationenwertung für den Bundeskader des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes e. V.

 

Nach dem Rekordergebnis bei den Europameisterschaften in Hanau mit sechs Europameistertiteln und Medaillen in nahezu jeder Gewichtsklasse und Duoklasse konnte das Bundeskader des DJJV nahtlos an den Erfolg beim ersten Turnier des European Challenge Cup 2003 in Dobova/Slowenien anknüpfen.

 

Die Slowenien Open waren dass in diesem Jahr bisher am stärksten besetzte Turnier. Mit den Nationen Slowenien als Gastgeber, Kroatien, Griechenland, Rumänien, Polen, Belgien, Holland, Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich, Bosnien Herzegowina, der Tschechei, Dänemark und Schweden sowie der Deutschen Nationalmannschaft hatte man die besten Nationen Europas vor Ort. Mit 380 Startern war jede Gewichtsklasse sehr gut und mit starken Athletinnen und Athleten besetzt.

 

Nach einer gut organisierten, aber doch auch für einige Teilnehmer extrem langen Anreise kam man im Hotel in Dobova an und konnte gleich nach dem Wiegen eine wohlverdiente Mahlzeit entgegen nehmen.

 

Für Deutschland gingen sowohl C-Kader als auch A/B Kader Athletinnen und Athleten aus den Disziplinen Fighting und Duo-System an den Start.

Bei den Juniorinnen konnte in der leichtesten Gewichtsklasse bis 58 kg Nina Wassermann einen hervorragenden zweiten Platz erreichen und damit wertvolle Punkte für die Teamwertung sammeln. Erst im Finale wurde Nina von einer sehr starken Slowenin gestoppt. Zuvor konnte sie ihre vier Vorrundenkämpfe alle vorzeitig für sich entscheiden.

In der Gewichtsklasse bis 68 kg konnte der Bundeskader Platz eins bis drei belegen. Platz eins gab es für Mirja Thiel, Vizemeisterin wurde Christina Tierbach und Bronze ging an Claudia Behnke. Alle drei Deutschen Starterinnen setzten sich in der Vorrunde durch und konnten verdient in die Endkämpfe einziehen. Die Deutsche Meisterin Mirja Thiel konnte ihr große Kampferfahrung nutzen und verdient den Juniorinnentitel erkämpfen.

Auch in der offenen Klasse gab es im Finale ein rein Deutsches Duell. Hierbei setzte sich, wie auch im Finale der Deutschen Meisterschaften, Bernadett Hoena gegen Anna Ranft durch. Beide Athletinnen konnten ebenfalls in der Vorrunde ihre Klasse unter Beweis stellen und somit verdient das Finale unter sich auskämpfen.

Lediglich in der leichtesten Gewichtsklasse, bis 50 kg konnte der DJJV keine Starterin stellen, da es diese Klasse im Nationalsystem nicht gibt.

Bei den Junioren ging in der Klasse bis 55 kg Manuel Fuchs an den Start. Der Sieger der German Open 2002 und Deutsche Vizemeister 2003 zeigt an diesem Tag sein ganzes Repertoire. In der Vorrunde konnte er sich mit starken Techniken in Part eins durchsetzen und so verdient in die Endrunde einziehen. Im Finale traf er auf einen starken Slowenen. Letztendlich bedeutet der erfolgreiche Ansatz eines Beinhebels den vorzeitigen Sieg für Manuel Fuchs! So konnte auch seinen Beitrag bei der Erringung der Teamwertung leisten.

In der nächst höheren Gewichtsklasse war Dirk Nawrath für den Bundeskader am Start. Auch er konnte vor allem durch gute Techniken im Part eins überzeugen und so bis in die Endrunde einziehen. Im Kampf um den Einzug in das Finale musste er sich dem starken Österreicher Haider geschlagen geben und konnte so ins kleine Finale einziehen. Hier zeigte Dirk noch einmal alles und konnte so verdient die Bronzemedaille in Empfang nehmen! Eine weitere Medaille für den DJJV!

In der Gewichtsklasse bis 69 kg ging der zweifache Deutsche Jugendmeister Alexander Reichert an den Start. Auch er erwischte einen sehr guten Tag. Mit vorzeitigen Siegen konnte er sich gegen die ausländische Konkurrenz bis ins Finale vorkämpfen. Das Finale brachte einige Spannung mit sich. Der starke Gegner aus Italien konnte in der ersten Halbzeit gut mithalten. Nach der Pause konnte Alexander aber sehr schnell den fehlenden Ippon in Part III erzielen und somit verdient die Goldmedaille gewinnen.

Bei den Senioren gingen bis 62 kg Andre Hötzel, Mark Hofmann, Andreas Dold und Thomas Emmering an den Start. Der Doppeleuropameister Andre Hötzel musste in seinem zweiten Kampf gegen den Vizeuropameister Arnaud Feuttile verletzungsbedingt ausscheiden. Seine Kaderkollegen machten dem DJJV aber alle Ehre. Mark Hofmann konnte einen guten siebten Platz erreichen, während Andreas Dold auf einen hervorragenden fünften Platz kam. Thomas Emmering musste erst im Poolfinale gegen den Vizeeuropameister und späteren Sieger Feuttile eine Niederlage hinnehmen und konnte sich dann im kleinen Finale gegen seinen Kaderkollegen Andreas Dold durchsetzen und eine weitere Bronzemedaille für Deutschland in Empfang nehmen.

In der Klasse bis 69 kg waren Marco Dünzel und Michel Kunze für das Nationalteam auf der Tatami. Beide Athleten boten Ju-Jutsu Fighting vom feinsten und konnten sich bis in die Endrunde vorkämpfen. Marco konnte im Poolfinale den polnischen Europameister ausschalten und so ins Halbfinale einziehen. Hier musste er sich dem neuen Franzosen bis 69 kg geschlagen geben und konnte sich schließlich im kleinen Finale gegen einen Rumänen die Bronzemedaille erkämpfen. Michel Kunze konnte ohne Niederlage bis ins Finale einziehen. Im Halbfinale konnte er den Lokalmatadoren aus Dubova besiegen und traf nun im Finale auf den Sieger der Paris Open 2003. In einem spannenden Kampf zeigten beide Athleten sehr gute Techniken wobei sich der Franzose knapp durchsetzen konnte. Die erste Silbermedaille für Michel Kunze im Ausland, eine sehr gute Leistung.

Bis 77 kg waren unser Vizeweltmeister Thomas Kager und der Vizeweltmeister bis 69 kg Wolfgang Heindel am Start. Beide zeigten in den Vorkämpfen gute Leistungen mussten sich aber auf Grund von sehr knappen Kampfentscheidungen mit dem undankbaren siebten Platz für Wolfgang Heindel und dem fünften Platz für Thomas Kager in einem spannenden kleinen Finale abfinden.

Georg Eckel und Maik Poser boten in der Klasse bis 85 kg ebenfalls akzeptabel Leistungen. Beide konnten sich verdient in die beiden kleinen Finals vorkämpfen. Georg Eckel traf auf ein der polnischen Zimolag Brüder und Maik Poser auf den Lokalmatadoren Bevc. Beide hatten harte Kämpfe und konnten zeitweilig auch in Führung gehen, doch am Ende der Kampfzeit mussten sich die Deutschen Athleten mit den fünften Plätzen begnügen, was trotz allem ebenfalls Punkte für den Challenge Cup sicherte.

Bis 94 kg war Christian Dummer am Start. Nach einer guten Vorrunde und der Teilnahme im kleinen Finale war für ihn der fünfte Platz ebenfalls das Endziel und somit Punkte für die Nationenwertung.

Bei den Frauen war Andrea Pflefka bis 55 kg am Start. Andrea erreichte nach spannenden Kämpfen einen guten dritten Platz und musste sich nur der Dauergewinnerin Annabel Redy aus Frankreich geschlagen geben.

Bis 62 kg waren Eva Sperle und Annkathrin Dethlefs für Deutschland am Start. Beide zeigten starke Leistungen in Part eins und konnten auch in den anderen Parts sehr gut mitarbeiten, was mit Platzierungen für die Challenge Cup Wertung belohnt wurde. Eva Sperle konnte sich die Bronzemedaille sichern und „Anna“ Dethlefs den fünften Platz. Herzlichen Glückwunsch!

Bis 70 kg ging die amtierende Europameisterin Sonja Kinz an den Start. Sie kämpfte sich mühelos bis ins Finale vor, wo ihre Gegnerin, die Vizeeuropameisterin der Plusklasse aus Frankreich war. In einem spannenden Kampf musste Sonja auf Grund einer Verletzung aufgeben und konnte so den Vizetitel erreichen und eine weitere Medaille für ihre Sammlung gewinnen.

Seher Dumanli vertrat den DJJV in der offenen Gewichtsklasse. Sehr konnte wie üblich durch präzise und dynamische Atemitechniken viele Punkte sammeln und sich bis ins kleine Finale vorkämpfen. Auch hier lies sie nichts anbrennen und konnte verdient den dritten Platz erreichen!

 

Im Duo-System erzielten die Athleten von den Bundestrainern Bernd Breuer und Markus Grimminger ebenfalls gute Resultate. Das beste Ergebnis verbuchten Barbara Oberhofer und Domenika Zagorski in der Damenklasse. Sie konnten sich bis ins Finale gegen die starken Belgier vorkämpfen. In diesem extrem spannenden Finale mussten sich die Nachwuchsathletinnen erst nach der Verlängerung um einen Punkt geschlagen geben. Ein hervorragender Einstieg in die Internationale Spitze!

Imogen und Ramona Karcher konnten in der Damenklasse Platz fünf erreichen, ebenfalls ein gutes Ergebnis bei ihrem ersten internationalen Einsatz!

Das Herrenpaar Christian Graf und Josef Liepold sowie das Mixed Paar Sina Sobbe und Marco Löhrke mussten sich jeweils im kleinen Finale geschlagen geben. Der fünfte Platz war für beide Teams das Endresultat dieser Meisterschaft.

Teamchef Roland Köhler und die Bundestrainer Rolf Hecktor, Uli Muchow, Steffen Heckele, Bernd Breuer und Markus Grimminger sowie Sportdirektor Tom Weidner konnten mit diesen Ergebnissen mehr als zufrieden sein. Dem Dauerkonkurrenten Frankreich konnte wieder erfolgreich Paroli geboten werden und die Stimmung im Team hat für sich gesprochen. Herzlicher Dank gebührt noch dem medizinischen Begleitteam bestehend aus dem Physiotherapeuten Uwe Hepper und dem Verbandsarzt Gunther Pietsch. Durch ihr schnelles Eingreifen, ihre beruhigende Worte und die eine oder andere Massage standen sie unseren Athleten stets zur Seite.

Nach einem sehr langen Turniertag trat man die Heimreise an und so konnten alle Teilnehmer innerhalb der nächsten 24 Stunden ihr zu Hause unversehrt erreichen. Eine weitere Meisterschaft, die den Teilnehmern sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

 

Medienteam des Bundeskaders


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