Bundestrainer Großseminar in Leipzig

 

Im Oktober fand das diesjährige Bundestrainer Großseminar in Leipzig statt. Veranstaltete wurde diese Trainerfortbildung vom Deutschen Sportbund, Referat Leistungssport. Über 300 Bundestrainer, Sportdirektoren und Vizepräsidenten Leistungssport waren anwesend, um die aktuellsten Trends in der Sportpolitik, der Trainingswissenschaft und der Sportpsychologie zu erfahren. Der DJJV war wie in den Vorjahren mit dem Chefbundestrainer Roland Köhler und Bundestrainer Steffen Heckele vertreten. Unterstützt wurden sie von Sportdirektor Thomas Weidner und Vizepräsident Leistungssport Silvio Klawonn.

 

In den drei Seminartagen standen einige Größen des Sports den Trainern des Deutschen Spitzensports Rede und Antwort. Unter anderem waren Prof. Dr. Wildor Emrich (Uni Frankfurt,  Prof. Dr. Tünnemann (IAT Leipzig, Leiter Zweikampfsportarten), Prof. Dr. hans Eberspächer (Uni Heidelberg), Prof. Dr. Jürgen Krug (Uni Leipzig) und PD. Dr. Klaus Rost (IAT Leipzig) als Referenten anwesend.

 

Die Vorträge befassten sich von vielen verschiedenen Blickwinkeln mit der Situation im Deutschen Spitzensport. Das Bundesministerium des Inneren (BMI), das Bundesstreitkräfteamt, die Deutsche Sporthilfe und der BGS eröffneten die Veranstaltung und stellten neue Wege und Möglichkeiten der Spitzensportförderung in Deutschland vor.

 

Ebenso wurden psychologische Aspekt von Prof. Dr. Eberspächer aus Heidelberg vorgestellt. In diesem Bereich wird mit den Bundeskadern schon intensiv gearbeitet. Die Disziplinen Duo-System und Fighting verfolgen hier beide optimierte Ansätze und sind hier am Zahn der Zeit und auch einigen der großen olympischen Verbände sicherlich voraus..

 

Prof. Dr Jürgen Krug aus Leipzig, aktueller Vorsitzender der Sektion Trainingswissenschaft der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs), stellte die „Augsburger Thesen“ vor. In ihnen wird die Zusammenarbeit der sportwissenschaftlichen Institute und der Spitzenverbände neu definiert und beschrieben. Ein bedeutender Schritt in Richtung Fortschritt.

 

Prof. Dr. Emmerich stellte eine aktuelle und bedeutende Studie zum Nachwuchsleistungssport im In- und Ausland vor. Er hatte einige sehr interessante und zum Nachdenken anregende Schlagsätze zu bieten. Sie steigen wir in Deutschland offensichtlich immer noch zu früh in die Spezialisierung ein und lassen auf der anderen Seite aber auch unsere C Kader Athleten nicht ausreichend internationale Erfahrung sammeln. 40% der Medaillengewinner bei den OS Athen und den vorhergehenden WMs 2003 waren unter 20 Jahre alt! Nur waren darunter keine Deutschen Athleten zu finden. Dies zieht sich durch nahezu alle Sportarten hindurch. In diesem bereich sieht es leider auch bei uns nicht optimal aus. Schlüsse wurden daraus bereits gezogen und diese werden im nächsten Jahr umgesetzt.

 

Ein Rund um gelungenes und sehr informatives Seminar mit vielen neuen Ideen, über die reflektiert werden muss. Zusätzlich gab es noch genügend Möglichkeiten sich mit den anderen Trainern aus dem Zweikampfsport auszutauschen und Erfahrungen zu reflektieren.

 

Steffen Heckele

Bundestrainer

 

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