| Europacup in Maribor/Slowenien DJJV-Kader erfüllt die Erwartungen Es war eine bedeutende Meisterschaft, zu der sich der deutsche Ju-Jutsu Nationalkader im Slowenischen Maribor einfand. |

Nicht nur dass an diesem Europacup alle wichtigen Nationen Europas, von
Spanien im Westen, Schweden im Norden, Polen im Osten und Bosnien-Herzegowina im
Süden teilnahmen – hier wurden auch die letzten Weichen für die noch nicht
nominierten Starter für die Weltmeisterschaften im November in Madrid gestellt.
Dementsprechend hoch war die Motivation.
Die Organisation durch die slowenische Ju-Jitsu Föderation klappte insgesamt
reibungslos, auch wenn einige kurzfristige Regeländerungen, beispielsweise die
Pflicht zum Tragen eines kombinierten Fußspann- und Schienbeinschutzes,
logistische Probleme aufwarfen. Deutlich zu spüren waren für die Athleten auch
die drastischen Mittelkürzungen im Leistungssportbereich des DJJV. So war die
Unterbringung in einer Jugendherberge zwar sauber und günstig. Wenige
Etagenduschen für die vielen Sportler, die weite Fahrtstrecke zur
Wettkampfstätte und die keineswegs sportgerechte Verpflegung sind jedoch
sicherlich nicht förderlich bei der Erbringung von Spitzenleistungen.
Insgesamt konnten die Athleten die an sie gestellten Erwartungen erfüllen und es
blieb bei der in Europa bestehenden „Rangordnung“: Frankreich vor Deutschland
und Polen.
Zu den Wettkämpfen:
Gleich einen Dreifacherfolg konnte der Bundeskader in der Klasse bis 85 kg
erzielen. Alle drei Starter erreichten einen Platz auf dem Treppchen. Dabei war
es insbesondere der Tag des deutschen Meisters Richard Olma, der sich souverän
die Goldmedaille sicherte. Zum Finalkampf gegen seinen Kaderkollegen Andreas
Kuhl kam es nicht mehr, da sich dieser im Halbfinale gegen den Franzosen Vatan
Franck eine Rückenzerrung zugezogen hatte. Bronze ging an den deutschen
Polizeimeister Markus Buchholz. Gespannt darf man nun auf die Entscheidung der
Bundestrainer bezüglich des Teilnehmers an der WM in Spanien sein.
Das zweite Gold erkämpfte sich Bianca Blöchl (bis 55 kg), die im Finale die
mehrfache Welt- und Europameisterin Annabelle Reydy (Frankreich) noch deutlicher
als bei den Orleans-Open im Februar deklassierte. Hier dürfte die Entscheidung
für das Ticket nach Madrid wohl unumstößlich gefallen sein.
Silber erkämpfte sich mit tollen Leistungen Norman Stabenau (Herren bis 94 kg),
der sich nur dem bärenstarken und erfahrenen Polen Grzegorz Zimolag beugen
musste. Weniger glücklich über ihr Silber war wohl Seher Dumanli (Damen + 70
kg), da sie bei deutlicher Führung Sekunden vor Kampfende in einen unnötigen
Wurf mit anschließendem Festhalter rutschte, der ihrer Gegnerin „Full House“
brachte und die eigentlich schon sichere Goldmedaille verspielte.
Abgerundet wurde die Deutsche Bilanz im Fighting durch dritte Plätze für Anne
Dörner (Damen bis 62 kg), Sonja Kinz (Damen bis 70 kg) und Josef Geddert (Herren
+ 94 kg).
Nicht ganz zufrieden konnten die beiden Duo-Bundestrainer sein. Lediglich das
Damen-Team Stephanie Satory und Nadin Altmüller schafften es mit dem 3. Platz in
die Medaillenränge. Anzumerken ist jedoch fairer Weise, dass die Leistungsdichte
sehr hoch und die Kampfrichterentscheidungen oftmals nicht nachvollziehbar
waren. So differierten die Wertungen teilweise um bis zu drei Punkte. So etwas
dürfte auf so einem wichtigen Turnier eigentlich nicht passieren.
Ein ausführlicher Bildbericht mit Kampfschilderungen, auch der jetzt nicht
genannten Teilnehmer die sich teilweise ebenfalls beachtlich schlugen, kann im
Ju-Jutsu Journal, Ausgabe Juli, nachgelesen werden.
Georg Kulot
Bundesmedienreferent DJJV
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Europacup in Maribor/Slowenien 29./30.05.2004
Ergebnisse
Herren
bis 62 kg
1. John Zwalve, Holland
2. Aurnaud Feuillet, Frankreich
3. Marko Šikonja, Slowenien
3. Szymon Pezda, Polen
bis 69 kg
1. Julien Boussuge, Frankreich
2. Ferry Hendriks, Holland
3. Christian Metclef, Dänemark
3. Guillaume Alberti, Frankreich
bis 77 kg
1. Laurent Bosch, Frankreich
2. Dragan Milutinovic, Slowenien
3. Mathias Gastgeb, Österreich
3. Marcus Eriksson, Schweden
5. Christian Bernhardt, DEUTSCHLAND
Thomas Kager, DEUTSCHLAND
bis 85 kg
1. Richard Olma, DEUTSCHLAND
2. Andreas Kuhl, DEUTSCHLAND
3. Markus Buchholz, DEUTSCHLAND
3. Karsten Gtrupp, Dänemark
bis 94 kg
1. Grzegorz Zimolag, Polen
2. Norman Staubenau, DEUTSCHLAND
3. Jacek Szewczak, Polen
3. Rudolphe Mechin, Frankreich
Christian Dummer, DEUTSCHLAND
ü ber 94 kg
1. Vincent Parisi, Frankreich
2. Rudolphe Mechin, Frankreich
3. Josef Geddert, DEUTSCHLAND
3. Dariusz Zimolag, Polen
5. Hardy Wittig, DEUTSCHLAND
Damen
bis 55 kg
1. Bianca Blöchl, DEUTSCHLAND
2. Annabelle Reydy, Frankreich
3. Yvonne van Rijt, Holland
3. Monika Dikow, Polen
bis 62 kg
1. Nicole Sydbøge, Dänemark
2. Judith de Weerd, Holland
3. Anne Dörner, DEUTSCHLAND
3. Isabelle Bacon, Frankreich
5. Marisol Harms, DEUTSCHLAND
bis 70 kg
1. Aurora Fajardo, Spanien
2. Melanie Lavic, Frankreich
3. Sonja Kinz, DEUTSCHLAND
3. Joanna Poradzisz, Polen
5. Eila Günther, DEUTSCHLAND
ü ber 70 kg
1. Agnieszka Chlipala, Polen
2. Seher Dumanli, DEUTSCHLAND
3. Alicja Noszka, Polen
3. Maria Engström, Schweden
Duo
Herren
1. Laurent Beard & Julien Hellouin, Frankreich
2. Barry van Bommel & Ron Soechit, Holland
3. Kostevc Gorazd & Dejan Kink, Slowenien
3. Nicolas Pereira & Franck Meline, Frankreich
7. Richard Hohenäcker & Juri Hatzenbühler, DEUTSCHLAND
7. Alexander März & Bernhard Geisel, DEUTSCHLAND
Damen
1. Vibeke Haans & Karina Lauridsen, Dänemark
2. Vanessa van de Vijver & Sandy van Landeghem, Holland
3. Nadin Altmüller & Stephanie Satory, DEUTSCHLAND
3. Katharina Krizsanits & Eva Ehrlich, Österreich
7. Barbara Oberhofer & Dominika Zagorski, DEUTSCHLAND
7. Ramona & Imogen Karcher, DEUTSCHLAND
Mixed
1. David Heiremans & Severine Heirem, Frankreich
2. Nadège Coucaud & Ludovic Jacquet, Frankreich
3. Marion Tremel & Daniel Hofman, Österreich
3. Michele Vallieri & Linda Ragazzi, Italien
5. Matthias Huber & Corina Endele, DEUTSCHLAND
Sina Sobbe & Marko Löhrke, DEUTSCHLAND
Georg Kulot
- Bilder folgen! - (sh)