Letztes Trainingslager vor den Weltmeisterschaften
Präsidentenbesuch am Mattenrand
Bad Blankenburg – wie staunten die Kaderathleten, als plötzlich der Präsident des Deutschen Ju-Jutsu Verbandes Herbert Frese und der Vizepräsident Breitensport Harald Born in der Halle auftauchten, um die Athleten zu motivieren und ihnen alles Gute für die kommende WM zu wünschen. Kurz entschlossen wurde eine Haushaltssitzung des Präsidiums von Zeitz nach Bad Blankenburg verlegt. Das Uli Muchow als Leistungssportpräsident immer dabei ist, waren Athleten und Bundestrainer bereits gewohnt, dass aber fast das komplette Präsidium anwesend ist, überraschte die Meisten sehr positiv, zeigte es doch sehr deutlich, wie hoch der Stellenwert des Leistungssports im DJJV ist.
Bereits am Mittwochabend, direkt nach der Anreise begann das Training. Von Anfang an wurde klar gestellt, dass diese Tage kein Zuckerschlecken werden. Freundliche Worte der Bundestrainer wie „die WM wird dir nach dieser Woche wie eine Erholung vorkommen“ machten von Anfang deutlich, dass Einheiten mit höchsten Trainingsbelastungen zu erwarten waren. Die Bundestrainer nutzten hier das allgemein bekannte „Prinzip der sprunghaften Belastungssteigerung“. Die Tage begannen für die Athleten, denen der Schlaf reichte, mit einen lockeren „Guten Morgen Lauf“. Ab 7:30 Uhr war das Frühstück angesagt und dann ging es mit dem Training los, das nur von der Mittagspause und dem Abendessen unterbrochen wurde. Um ca. 22:00 Uhr war dann Schluss. Da die meisten Athleten zum Abendessen nicht so viel essen konnten, hatten die Bundestrainer mit der Sportschule abgesprochen, dass es nach der letzten Einheit nochmals Essen gab. Der Tag war ausgefüllt mit Training auf der Matte, mit Gesprächen über die Trainingsplanung bis zur WM und mit Taktik- und Videoanalysen der bekannten Gegnerinnen und Gegner.
Für die Feinabstimmungen bei den Duo Athleten wurden anspruchsvolle Balance- und Koordinationsübungen durchgeführt. Das Techniktraining war immer wieder bestimmt von starken Belastungsspitzen und Wettkampfsituationen. Auch das Schnelligkeits- und Angriffstraining forderte seinen Tribut. Bei den Fightern gings mit Schnelligkeitstraining los, dann Koordinationstraining, Spezialtechniktraining und technisch-taktische Randoris. Am zweiten Tag wurden komplette 3 Minuten Randoris mit Coaching und Punktevergabe zeitgleich auf zwei Matten gefahren. D. h. für die WM Athleten das sie jeden fünften Kampf ran mussten und dies über eine Zeitdauer von knapp 3 Stunden. Samstagmorgen war wieder ein reiner Randoritag mit Vergleichskämpfen für Duo und Fighting mit einer gemeinsamen Ausbrennheit am Nachmittag.
Anschließend war Erholung angesagt. Einige Athleten gingen zum Relaxen, einige Schlafen und einige Unermüdliche gaben sich mit den Trainern noch Videoanalysen. Um 20:00 Uhr dann eine schöne Überraschung für unser WM Team. Heimlich hatten die Trainer ein gemeinsames Buffet in einem der Schulungsräume organisiert. Nach den gemeinsamen Abendessen gingen die Starter sofort zu Bett. Der letzte Tag war dann wieder den Randoris vorbehalten. Zwei Stunden Randori für unsere WM Starter und dann eine letzte ultimative Ausbrenneinheit für unsere Duo- und Fightingathleten. Hier mussten unsere Athleten absolut das Letzte geben. Unter den Anfeuerungsrufen der sogenannten „Knechter“ (Trainingspartner) wurden sie förmlich über die Matte gejagt und wenn sie nicht mehr konnten einfach weitergezogen oder geschoben. Mit dieser letzten Ausbrenneinheit endete ein für alle genialer Lehrgang.
Zum Schluss gibt’s nur noch folgendes zu sagen. Noch nie wurde von einem WM Team solche hohen Trainingsumfänge in der Vorbereitung gefahren. Bis zu 30 Stunden und mehr trainierten die Athleten. Der Schnitt dürfte sich bei knapp unter 20 Stunden Umfang die Woche eingependelt haben. Diese Umfänge zeigten beim Lehrgang deutlich Wirkung. Die Athleten waren Leistungsbereit wie noch nie und auch der angereiste Physiotherapeut hatte wesentlich weniger zu tun, da die sogenannten „Bagatellverletzungen“ die sonst meist nach den Hochbelastungseinheiten gehäuft auftraten, eigentlich nicht vorkamen. Insgesamt konnte festgestellt werden, dass die Athleten konditionell deutlich besser waren als in den Vorjahren. Für den DJJV heißt das, die WM kann kommen.
Zum Schluss von dieser Seite aus nochmal ein herzliches Dankeschön an die Bundestrainer Bernd Breuer, Steffen Heckele, Markus Grimminger, den Teamchef Roland Köhler, unseren Vizepräsidenten Uli Muchow und den betreuenden Physiotherapeuten Gerald Petersam, die alles gaben, um unser Team optimal vorzubereiten.
Medienteam Bundeskader